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Weniger Steuern zahlen? So geht’s!

Weniger Steuern zahlen? So geht’s!

Was du als Freiberufler steuerlich absetzen kannst

Was ist steuerlich absetzbar? Eine Frage, die bei Selbstständigen noch viel mehr umfasst als bei Angestellten. Freiberufler statten schließlich den eigenen Arbeitsplatz komplett aus, arbeiten mit eigenen Geräten und in eigenen oder angemieteten Räumen. Unternehmer, die alle Betriebsausgaben in der Steuererklärung vollständig angeben, können ihre Steuerbelastung erheblich senken.

Was kann ich als Freiberufler steuerlich absetzen?

Damit Selbstständige ihre Aufwendungen absetzen können, ist es wichtig, alle betrieblich bedingten Ausgaben zu erfassen und zu dokumentieren. Die Devise lautet: Belege sammeln und ordnen! Alles, was du von der Steuer absetzen möchtest, musst du nachweisen. Nicht alles ist für die Mitarbeitenden des Finanzamtes sofort nachvollziehbar, denn nicht jede Firma ist gleich und die nötige Ausstattung kann stark variieren. Wenn dem Finanzamt die von dir angegebenen Ausgaben merkwürdig vorkommen, musst du wissen, wie du sie als notwendig für deine Selbstständigkeit begründen kannst. Und bei Dingen, die du theoretisch auch privat nutzen könntest, muss belegbar sein, dass du sie überwiegend beruflich brauchst. Sonst wird das nichts mit dem Absetzen von der Steuer.

Beispiel: Ein selbstständiger Golflehrer, der seine Golfausrüstung auch mal für ein privates Spiel nutzt, wird sie dennoch als Betriebsausgabe geltend machen können. Ein Autohausbesitzer, der als Hobby Golf spielt und meint, auf dem Golfplatz gut mit seinen Kunden zu netzwerken, wird es dennoch schwer haben, seine neuen Golfschläger dem Finanzamt als notwendige Betriebsausgabe unterzuschieben.

Werbungskosten als Freiberufler?
Werbungskosten sind Ausgaben, die zum Erwerb von Gewinn eingesetzt werden. Die Werbungskosten können von der Steuer abgesetzt werden durch Arbeiter und Angestellte. Freiberufler können dagegen ihre Ausgaben in Form der Betriebsausgaben absetzen.

Betriebsausgaben als Freiberufler?
Freiberufler können ihre Steuerlast senken, indem sie die Ausgaben, die sie im Rahmen ihrer Tätigkeit aufgewendet haben, von ihrem Gewinn abziehen. Die Ausgaben werden als Betriebsausgaben zusammengefasst und vom erzielten Einkommen abgezogen. Einige Ausgaben gelten als selbstverständlich, während andere Kosten gut begründet werden müssen.

Gilt die Betriebsausgabenpauschale als Freiberufler?
Bestimmte Berufsgruppen unter den Freiberuflern können anstatt der tatsächlichen Betriebsausgaben auch eine Betriebsausgabenpauschale von der Steuer absetzen. Die Ausgaben müssen hierfür nicht nachgewiesen werden. Zu den Berufsgruppen, die eine Betriebsausgabenpauschale ansetzen können gehören Freiberufler, die nebenberuflich arbeiten und wissenschaftlich, künstlerisch oder schriftstellerisch tätig sind.

Betriebsausgaben Beispiele: Zu den Betriebsausgaben können zum Beispiel der Anhänger, die Brotbackmaschine, das Cello oder die Zugmaschine gehören.Was alles steuerlich absetzbar ist, hängt also zum Teil auch von der Art der Tätigkeit eines Selbstständigen ab. Eine vollständige Liste der steuerlich absetzbaren Dinge können wir daher nicht liefern. Hier einmal das Alphabet einiger Dinge, die du berücksichtigen solltest, wenn du deine Betriebsausgaben zusammenstellst.

Was ist steuerlich absetzbar von A bis Z?

Abschreibung: Nicht alle Betriebsausgaben zählen sofort komplett in der Steuererklärung für das Jahr, in dem du einen Kauf getätigt hast. Manche musst du über mehrere Jahre abschreiben. Damit verteilt sich die Ausgabe aus Sicht des Finanzamtes über einen festgelegten Zeitraum.  Die Abschreibungsdauer richtet sich meist nach der angenommenen Nutzungsdauer.

So kannst du durch Abschreiben Steuern sparen: Für einzelne Branchen gibt es Abschreibungstabellen. Sie geben vor, über welche Zeiträume hinweg bestimmte Anschaffungen abzuschreiben sind. Um die Abschreibung korrekt durchzuführen, muss der Einkaufspreis durch die Anzahl der Abschreibungsjahre geteilt werden. In jedem Jahr der Abschreibung wird dann der entsprechende Anteil steuerlich geltend gemacht.

Arbeitsmittel: Zu den steuerlich absetzbaren Arbeitsmitteln gehören neben dem Bürobedarf, wie Schreibutensilien, Papier und Ordner auch die technische Ausstattung des Unternehmens.

Arbeitszimmer: Wenn du für deine freiberufliche Tätigkeit einen Raum in deiner Wohnung benutzt, dann kannst du die Kosten für dein Arbeitszimmer in vollem Umfang als steuerlich absetzbare Kosten von deinem Gewinn abziehen. Voraussetzung hierfür ist, dass du den Raum nicht privat nutzt. Wird der Raum sowohl beruflich als auch privat genutzt, dann wird der Anteil der beruflichen Nutzung geschätzt. Zu den Kosten für dein Arbeitszimmer gehören neben der anteiligen Raummiete auch Anschaffungen für die Ausstattung des Raums, wie zum Beispiel Vorhänge sowie anfallende Renovierungskosten.

Auto: Dein Firmenwagen ist so ein Abschreibungsobjekt. Wie du es absetzen kannst, hängt auch davon ab, wieviel du privat damit fährst.

Bahncard: Wenn du im Laufe des Jahres bei beruflichen Bahnfahrten so viel durch die Bahncard gespart hast, dass sich die Anschaffung gelohnt hat, dann ist es dem Finanzamt nicht wichtig, ob du die Karte auch zusätzlich noch für private Fahrten eingesetzt hast.

Berufsbekleidung: Du benötigst spezielle Arbeits- oder Schutzkleidung und trägst beim Kunden immer eine Jacke mit aufgedrucktem Firmenlogo? Berufstypische Arbeitskleidung kann steuerlich absetzbar sein.

Betriebsnebenkosten: Bei der Nutzung deiner Büro- und Arbeitsräume fallen Betriebsnebenkosten an. Die Betriebskosten kannst du in voller Höhe absetzen. Befindet sich dein Arbeitsraum oder Büro in der eigenen Wohnung, dann kann meist keine getrennte Abrechnung für den Arbeitsraum durch den Vermieter erstellt werden. In diesem Fall musst du die Betriebskosten anteilig herausrechnen. Ein sinnvoller Anteil ergibt sich aus der Fläche deines Arbeitsraums im Verhältnis zur Gesamtfläche der Wohnung.

Büromöbel: Sämtliche Möbel, mit denen du dein Arbeitszimmer ausstattest und die der Ausübung deiner gewerblichen Tätigkeit dienen, kannst du steuerlich geltend machen.

Cello: Für Cellisten sind Cellos als Arbeitsmittel steuerlich absetzbar, für Schornsteinfeger nicht.

Computer: Nicht nur Internetfirmen oder Onlineshops brauchen eine computertechnische Ausstattung. Im Zuge der fortschreitenden Technologien benötigen sämtliche Unternehmen vom Handelsbetrieb über den Handwerker bis hin zum Dienstleister Computer und entsprechende Peripheriegeräte. Daher sind Computer auch für Freiberufler von der Steuer absetzbar.

Coworking-Space: Du machst regelmäßig Coworking, weil du gar kein eigenes Büro hast? Oder du nutzt Coworking-Spaces, wenn du auf Dienstreise bist und in einer anderen Stadt auf unkomplizierte Weise einen Platz zum arbeiten finden willst. Dann hebe unbedingt alle Belege über die gezahlten Tage, Wochen oder Stunden auf.

Dienstreisen: Pommes rot-weiß an der Autobahnraststätte oder ein Kaffee im Bordrestaurant der Bahn: Bei längerer Abwesenheit vom eigenen Büro können sich auch Selbstständige in der Steuererklärung Verpflegungsmehraufwand anrechnen lassen. Je nach Dauer der Abwesenheit und ob es sich um Inlands- oder Auslandsreisen handelt, gelten Pauschalen. Diese reduzieren sich, wenn zum Beispiel dein Auftraggeber die Verpflegung stellt.

Drucker: Ein Drucker gehört zur gängigen Büroausstattung. Alle paar Jahre ist hier eine Neuanschaffung erwartbar. Das sieht auch das Finanzamt so.

Eigenleistung: Für Vermieter ist unter bestimmten Umständen die Eigenleistung steuerlich absetzbar. Als Eigenleistung gelten die Aufwendungen, die beim Bau oder Ausbau einer vermieteten Immobilie ausgegeben werden. Zu den Eigenleistungen gehören neben den Kosten für Material auch Entsorgungs- und  Fahrtkosten.

Energiekosten: Der Stromverbrauch, der im Rahmen deiner selbstständigen Tätigkeit anfällt, ist in vollem Umfang absetzbar. Das gilt vor allem für den Strom, der durch die Tätigkeit und Aufenthalt während der Arbeitszeit in deinem Büro oder Arbeitszimmer anfällt. Wer im Homeoffice arbeitet und daher keine eigene Abrechnung erstellen kann, muss seinen Stromverbrauch anteilig ansetzen, um ihn abzusetzen.

Essen gehen: Wer aus beruflichen Gründen mit Geschäftspartnern essen geht, kann einen Teil davon steuerlich geltend machen. Achte darauf, dass die Rechnung oder der Kassenbeleg das Geschäftsessen bereits richtig ausweisen.

Fachbücher: Steuerlich absetzbar! Aber falls die Titel nicht erklären, warum es sich hier für dich um eine berufliche Anschaffung handelt, schreib einfach ein paar Zeilen dazu. Damit erklärst du dem Finanzamt, warum du zum Beispiel als Informatikerin Bücher über Rhetorik oder Arbeitsorganisation brauchst.

Fahrtkosten: Die Kosten, die für betriebliche Fahrten anfallen, kannst du steuerlich absetzen. Du kannst deine Fahrtkosten auch dann absetzen, wenn du mit dem privaten PKW geschäftlich unterwegs bist. Wenn du dein Privatauto mit einem Anteil von mindestens 10 Prozent auch beruflich nutzt, dann kannst du die tatsächlichen Kosten für die beruflichen Fahrten absetzen. Hierfür musst du die entsprechenden Belege sammeln und zur Vorlage aufbewahren. Wenn das Privatauto hingegen nur gelegentlich für berufliche Fahrten nutzt, dann kannst du eine Kilometerpauschale in Höhe von 30 Eurocent pro gefahrenen Kilometer ansetzen. Auch Fahrtkosten, die für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel anfallen, kannst du von der Steuer absetzen.

Flyer: Die Kosten für Drucksachen, die du z.B. als Produktwerbung oder zur Information erstellen lässt, sind natürlich Betriebsausgaben.

Fortbildung: Freiberufler, die an einer Fort- oder Weiterbildung teilnehmen, können die hierfür aufgewendeten Kosten von der Steuer absetzen. Dazu gehören Seminargebühren, Reise- und Übernachtungskosten sowie Verpflegungsmehraufwand.

Geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG): Hier geht es um Dinge, die nicht mehr als 410 Euro kosten. Solche Anschaffungen kannst du sofort und ganz im Jahr der Anschaffung und Bezahlung abschreiben. Du musst aber nicht, du kannst auch die Abschreibungsfristen nutzen. Beispiel: Du kaufst dir für dein beruflich genutztes Büro einen Teppich. Der sollte nach Abschreibungstabelle 8 Jahre halten. Nun hast du aber ein Schnäppchen gemacht: Der Nettopreis liegt unter 410 Euro. Dann musst du die Abschreibung nicht über 8 Jahre verteilen, sondern kannst ihn in dem Jahr der Anschaffung voll anrechnen.

Haftpflichtversicherung, berufliche: Betriebsausgabe!

IHK, Industrie- und Handelskammer: Beiträge zu Kammern, Berufsständischen Vereinigungen und Interessenverbänden sind von der Steuer absetzbar.

Jagdschein: Als Land- oder Forstwirt mit Eigenjagd, könnte der Verkauf von Wildbret ein Betriebszweig sein. Dann ergibt so ein Jagdschein auch für das Finanzamt Sinn. Bist du Anwalt, Investmentbankerin oder Politiker und willst ein wohlhabendes Klientel beeindrucken, dann wird das eher nichts mit der steuerlichen Absetzbarkeit eines Jagdscheins.

Kirchensteuer ist eine Sonderausgabe, wenn auch keine betriebliche. Sonderausgaben senken das zu versteuernde Einkommen.

Logo: Ein Designer hat dir ein Firmenlogo gestaltet, dass nun auf deinem Briefkopf und dem Firmenschild prangt. Selbstverständlich ist das Honorar für diese Leistung eine Betriebsausgabe.

Miete für Büroräume oder anteilige Miete für ein Arbeitszimmer in einer Mietwohnung: absetzbar!

Nutzungsdauer: Sie entscheidet darüber, über wie viel Jahre ein mehrjährig nutzbares Wirtschaftsgut abgeschrieben wird. Bei einem PC geht das Finanzamt von 3 Jahren aus.

Ölwechsel am Firmenwagen: Ist das Auto Teil des Betriebsvermögens, dann sind Wartungsarbeiten an diesem Fahrzeug Betriebsausgaben.

Poolabschreibung: Kein Swimmingpool – auch wenn das verlockend klingt – sondern ein Pool an Gegenständen ist damit gemeint. Diese Gegenstände liegen im Wert zwischen 150 und 1.000 Euro und werden als ein Sammelposten gemeinsam abgeschrieben. Du hast beispielsweise in einem Jahr mehrere kleinere Möbelstücke für dein Büro gekauft (Besucherstuhl, Aktenschrank, Stehpult) – besprich mit deinem Steuerberater, ob es sinnvoll ist, alle einzeln abzuschreiben oder für das Jahr einen Sammelposten zu bilden.

Qualifikation: Beträge, die du für Weiterbildung, Zusatzqualifikationen etc. ausgibst, kannst Du natürlich auch von der Steuer absetzen.

Rechnungssoftware: Betriebsausgabe!

Schreibutensilien: Kleinvieh macht auch Mist, heißt es. Und so solltest du unbedingt auch Kassenbons und Rechnungen aus dem Schreibwarendiscounter aufbewahren. Jeder Karton Kopierpapier zählt, jeder Textmarker und jeder Block mit Haftnotizzetteln ebenfalls.

Telefon: Sofern du dein (Mobil-)Telefon beruflich und privat nutzt, sorge dafür, dass du Einzelverbindungsnachweise hast. Belege über einige Monate, wie der Anteil privat/beruflich ist und setze in Zukunft entsprechend Prozentsätze deiner Telefonrechnungen ab. Einmal gut begründet, sollte das kein Problem sein.

Virenscanner: Die Softwarelizenz, die deinen beruflich genutzten Computer vor Schadsoftware schützt, ist eine Betriebsausgabe. Die Lizenzen für private PCs sind es nicht.

Wasserkocher: Das Gerät in deiner heimischen Küche wird nicht als Betriebsausgabe durchgehen, auch wenn du im Homeoffice arbeitest. Kaufst du aber einen Wasserkocher für die Teeküche deiner Firma oder deines externen Büros, dann ist das eine Betriebsausgabe.

Yoga-Kurs: Privat gebucht kannst Du die Sportstunden nicht von der Steuer absetzen, aber vielleicht erstattet deine Krankenkasse einen Teil der Aufwendung.

Zierpflanzen: Was du an Pflanzen eigens für Wartezimmer und Firmenräume anschaffst oder für eine Firmenfeier mietest, kannst du als Betriebsausgabe notieren.

Alles nur Beispiele. Es gibt Dutzende von kleinen und großen Ausgaben, die jeder Selbstständige im Laufe des Jahres allein aus beruflichen Gründen tätigt. Wer diese Steuer sparend geltend machen will, der muss Belege sammeln und in die Steuererklärung einbringen.

 

Source:Billomat

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