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Personal Branding

Personal Branding: Wie man sich selbst vermarktet

Wenn es um Marken geht, geht es auch um Personen. Insbesondere Designer, Freelancer und auch kleine Unternehmen sollten in »Personal Branding« investieren, um mit Kunden in Kontakt zu kommen und im Gespräch zu bleiben. Hier ein einfacher Leitfaden für Einsteiger:

Mit den wachsenden Online-Plattformen und digitalen Marktplätzen für Design, Grafik, Content, Redaktion, Fotografie etc. müssen sich Freelancer und Kleinselbständige verstärkt um das Eigenmarketing kümmern und sich dabei gekonnt von der Masse abheben. Die Bestandteile des Markenaufbaus lassen sich recht einfach zusammenfassen, selbst bei größeren Unternehmen sieht es nicht viel anders aus: Dazu zählen Bilder, Style, User Experience, Produkte und Services bzw. die Werte und Eigenschaften, mit denen ein Unternehmen in Verbindung gebracht werden möchte und die ein Unternehmen von Mitbewerbern unterscheidet. Sofern gewünschte Eigenheiten nicht bestehen, können sie natürlich auch definiert und aufgebaut werden.

Wenn du eine kreative Karriere verfolgen möchtet, beeinflussen Kontakte, Können und die eigene Marke bzw. das »Personal Branding« den langfristigen Erfolg. Es geht in diesem Fall oft auch um Authentizität und um ein notwendiges Bekanntmachen der von dir verfolgten Interessensbereiche.

Neu einsteigende Illustratoren, Designer und in anderen kreativen Bereichen tätige Kleinunternehmer sollten sich diesen kurzen Leitfaden deswegen kurz durchlesen, um dein »Personal Branding« und damit die eigene Karriere gekonnt weiterentwickeln zu können.

Definiere dich

Zuallererst musst du dir über deine persönliche Marke bewusst werden, um diese den eigenen Wünschen entsprechend aufstellen und gegenüber Kunden vertreten zu können bzw. auch entsprechend bewerben und auf allen Medien begleiten zu können. Willst du als kreative Instanz oder elitäre Autorität innerhalb deiner Branche wahrgenommen werden? Siehst du dich als moderner, aufgeschlossener Profi? Oder bist du ein gerissener und auch mal verrückt auftretender Kreativer, der allem Neuen gegenüber interessiert ist und dabei absolut verlässlich arbeitet? Solche Entscheidungen bestimmen deinen Auftritt und ziehen sich dann bestenfalls durch das Design deiner Website über den Social-Media-Auftritt, die eingesetzte Farbpalette und dein Portfolio.

Recherchiere

Deine Eigenmarke existiert nicht einfach so im luftleeren Raum. Um ein wirklich effizientes Branding aufstellen zu können, solltest du deine Wettbewerber kennenlernen und den Auftritt befreundeter Kreative verfolgen. Stelle dir selbst Fragen wie diese:

  • Welche Elemente einer Website gefallen mir und warum? Wie setzen diese Personen Social Media für sich ein und/oder auf welchen Kanälen sind diese Personen aktiv? Warum vertrauen Kunden diesen Personen und wie überzeugen sie außenstehende Personen von sich? An welche Werte glauben diese Menschen? Wie werden diese Werte sichtbar?
  • Welche Designelemente oder Maßnahmen verwirren dich? Warum könnte ein Kunde an einer bestimmten Stelle ins Grübeln kommen? Welche Bereiche werden nicht professionell begleitet oder fehlen aus für dich nicht nachvollziehbarem Grund? Welche Bereich werden unnötigerweise miteinander vermischt? Was sind die Reaktionen?
  • Welche Farbpaletten, Schriften und Bilder erzeugen Emotionen? Werden die Inhalte und Botschaften damit gekonnt begleitet? Wie kannst du Bilder für deine eigene Marke einsetzen?

Konsistenz ist der Schlüssel zum Erfolg

Konsistenz solltest du weniger als Marketingmaßnahme begreifen, sondern eher als etwas, dass du immer und überall lebst. Konsistenz kann natürlich auch Vielfalt und Abwechslung bedeuten, also keine Angst davor. Nachdem du dich über deine Wettbewerber schlau gemacht hast und deine Zielgruppen kennst, musst du dich jetzt um dich selbst kümmern und auch hier Recherche betreiben.

Google deinen Namen und erkenne, wie andere dich sehen. Wenn du als multidisziplinär tätiger Kreativer oder als Berater für verschiedene Unternehmen und Personen tätig bist, wirst du  schnell erkennen müssen, dass dein Auftritt irgendwie zersplittert erscheint. Im Idealfall würde eine Eigenmarke ähnlich einer anderen Marke konsistent erscheinen. Du musstest im Idealfall durchgängig erkannt werden können – von deiner Website zum Twitter Account bis zu allen Folge-Nennungen auf anderen Websites. Erfolgreiche Eigenmarken sind oft sehr spitz ausgerichtet. Wenn du deine Eigenmarke aufbaust, versuche möglichst konsistent vorzugehen. Erscheine immer authentisch, präsentiere dich stimmig und bleibe dabei durchgängig erkennbar.

Kümmere dich um das Design

Wenn du deine Markenziele und -botschaften und deine Zielgruppen bzw. Kunden kennst, geht es auch schon an die visuelle Identität und damit an das Design aller von dir eingesetzten Kommunikationsmittel. Es gibt eine ganze Menge visuelle Bausteine, die du benötigen könntest. Ordne die Maßnahmen hierarchisch und überlege, was hintereinander Sinn macht und aktuell am wichtigsten erscheint:

  • Dein Logo (falls notwendig)
  • Deine eingesetzten Farben
  • Deine Schriftfamilie/n
  • Das Layout deiner Website
  • Dein Social Media Account (Profilbild, Banner, Bilder für Beiträge etc.)
  • Physische Designs (Visitenkarte, Portfolio, Briefpapier, Postkarten etc.)

Du könntest natürlich ausführliche Texte und Beispiele dazu anfertigen, wie dein Design aussehen soll und was bei der Gestaltung beachtet werden muss. Ein solcher Branding Guide bzw. ein Corporate-Design-Manual wird aber nicht unbedingt benötigt. Sichert die bereits angesprochene Konsistenz, setzt durchgängige Farben, Schriften und Bildtypen ein und verfasst Texte auf eine zusammenhängende Art und Weise. Egal welche Richtung du mit deinem Design einschlagen möchtest, lese dich ein wenig in das Thema ein.

Baue deine Präsenz auf

Nachdem du deine Eigenmarke visuell aufgebaut und finalisiert hast, geht es auch schon an die Online-Präsenz. Dazu kommen zusätzlich evtl. eine persönliche Website, verschiedene Social-Media-Accounts, ein Blog und euer Online-Portfolio.

So gut wie alle professionell tätige Kreative, die Vollzeit arbeiten, können eine Website vorweisen, auf der repräsentative Arbeiten, Erklärungen, ein Lebenslauf, Kontakt und sämtliche Informationen gelistet sind, die potentielle Kunden interessieren. Auf welche Social-Media-Plattform du dich fokussiert hängt von deinen individuellen Arbeitsfeldern und von der konkreten Art der Eigenvermarktung ab.

Sobald du die für dich entscheidenden Social-Media-Plattformen definiert hast, stelle einen kleinen Content Kalender auf. Das hilft dabei, auch wirklich aktiv zu werden und alle anvisierten Kanäle zu bedienen. Es ist absolut OK, sich auf ein bis zwei Kanäle zu konzentrieren und eher wenige, aber dafür kontinuierlich folgende Inhalte zu veröffentlichen – vermeide es aber, für dich wichtige Kanäle völlig ungepflegt liegen zu lassen und (darin liegt eine gewisse Herausforderung) kümmer dich auch bei laufendem Geschäft um die Pflege deines Auftritts.

Arbeite an spannenden Inhalten

Natürlich ist es nicht genug, eine Online-Präsenz aufzustellen. Du musst dich konstant um Aufmerksamkeit bemühen und neues Interesse für dich generieren, indem du die Wertigkeit und den Nutzen deiner Arbeiten publik machst. Mit kontinuierlich veröffentlichten, spannenden und inhaltlich gelungenen Arbeiten kannst du Kunden und Fans immer noch am besten überzeugen.

Wenn du beispielsweise im Marketing tätig bist, lohnt es sich, Artikel in bekannten Blogs veröffentlicht zu bekommen oder diese Artikel über verschiedene Kanäle publik zu machen. Updates auf Social Media zählen natürlich auch, linke dann aber möglichst immer gleich zum Portfolio, zu deiner Website oder auf deinem Blog, um deine Clickthrough-Raten zu optimieren.

Wenn du als Fotograf selbständig bist, suche ein für dich spannendes Nischenprojekt bzw. ein spannendes Fotothema, das du begleitest. Veröffentliche kontinuierlich folgende Bilder zu deinem privaten Projekt auf Instagram. Mach dich zum Gesprächsthema, vielleicht kannst du sogar etwas Presse generieren. Denke über Klischees und Standardanwendungen hinaus und versucht, deinen Content-Kalender ernsthaft zu begleiten, damit du konstant sichtbar bleibst und Fans und möglichst viele Follower … und so natürlich auch Kunden gewinnst.

Letzte Überlegungen: Frag nach dem »Warum«

Eine Eigenmarke ist niemals einfach »fertig« – ein solches Projekt lebt und muss konstant begleitet werden. Du musst ordentlich Zeit und Energie in das Eigenmarketing stecken und die Ausführung muss natürlich auch passen. Wenn dich das Vorgenommene überfordert, kommen entscheidende Fragen auf – diese hier zum Beispiel stellt sich jeder einmal: Lohnt sich »Personal Branding« überhaupt? Kann ich die Zeit nicht besser investieren? Ich bin doch schon Marke genug, habe ich nichts Besseres zu tun?

Um diese Frage wirklich ehrlich beantworten zu können, musst du deine aktuelle Position realistisch einordnen. Bist du mit dem Erreichten zufrieden, stimmt die Bezahlung, fehlen dir Kunden und Projekte, für die du arbeiten willst? Wirst du richtig wahrgenommen? Viele Freelancer und Kreative müssen ihrer Eigenmarke im Detail aufbereiten und kümmern sich sehr sorgfältig und gewissenhaft um den Aufbau einer Marke. Auch Preise und Auszeichnungen oder selbst Kneipengänge, Ausstellungen, Vorträge und Messebesuche können dazu zählen. Folgende Gründe und Ziele sprechen ganz eindeutig dafür, deine Eigenmarke zu überarbeiten und Zeit ins »Personal Branding« zu investieren:

  • Du sehnst dich nach den Freiheiten und der Eigenverantwortung, die mit dem Freelancen und einer Selbständigkeit zusammenhängen können, willst dich aber nicht ständig um neue Kunden kümmern müssen, sobald du die Festanstellung verlassen hast.
  • Du bist mit deinem Einkommen unzufrieden und willst für bessere Kunden und für lukrative Projekte arbeiten.
  • Du siehst dich eher als Künstler und willst deine wahren Fähigkeiten herausstellen, um wirklich spannende Aufträge zu erhalten und möchtest weitergehendes Interesse an deiner Person abrufen können.

Wenn keiner der oben genannten drei Punkte für dich von Bedeutung ist, musst du dich wahrscheinlich eher nicht um deine Eigenmarke kümmern – oder nur bedingt. Wenn du bereits voll ausgelastet bist, gute Einnahmen verzeichnet und genau in den Bereichen arbeitest, die dich interessieren – investiere deine Zeit anders und kümmere dich um andere wichtige Dinge wie z. B. die Familie, gutes Essen, Freunde, Sport und stresse dich nicht mit den vielen Punkten, die eine Eigenmarke ausmachen können. Wenn es dich allerdings immer mehr wurmt, dass du unter Potenzial arbeitest, dann wird es definitiv Zeit, etwas zu unternehmen und sich um ein erfüllendes Leben als Kreative/r zu kümmern. Es lohnt sich!

 

Source: Shutterstock

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